Ausschreibungstext für das Teilprojekt "Politische Mitwirkung" (Prof. Dr. Andreas Busch)

Die politische Mitwirkung des Protestantismus, also die Frage, wie protestantische Kräfte die Institutionen und Mechanismen des politischen Systems zur Beförderung ihrer Ziele nutzen – und welchen Erfolg sie dabei haben –, stehen im Mittelpunkt dieses Teilprojekts. In der ersten Förderphase wurde der Themenbereich mit dem Blick auf Parteien als Transmissionsmechanismus für den Protestantismus bearbeitet.

Die nun anstehende zweite Förderphase legt den zeitlichen Schwerpunkt auf die 1970er und 1980er Jahre, in denen geänderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen neue Aufbrüche, verstärkte Partizipationsansprüche und gesellschaftliche Großkonflikte um Themen wie Atomkraft, Umwelt und Frieden mit sich brachten.

Das politikwissenschaftliche Teilprojekt fragt danach, auf welche Weise der bundesdeutsche Protestantismus die neuen Beteiligungsformen, die sich neben Parteien und Verbänden als zusätzlicher Einflusskanal in das politische System etablierten, zur Erlangung von politischem Einfluss nutzte. Einerseits gab es Affinitäten und personelles Engagement protestantischer Persönlichkeiten (wie Erhard Eppler oder Dorothee Sölle) in den Neuen Sozialen Bewegungen; andererseits löste der Abschied von der traditionellen Fixierung auf den Staat auch innerhalb des Protestantismus Konflikte und Gegenbewegungen aus.

Zu den zu bearbeitenden Aspekten gehören zum einen die Analyse der Organisation der sozialen Bewegungen, zum anderen die Interaktion von Repräsentanten aus ihren Führungsgremien mit Vertretern des Protestantismus. Diese Analysen werden einzubetten sein in eine breitere Untersuchung der politischen Mitwirkung des Protestantismus in der zweiten Hälfte der "alten" Bundesrepublik, die auch die Parteien berücksichtigt. Eng kooperieren wird das Teilprojekt insbesondere mit denjenigen Teilprojekten der Forschergruppe, die konkrete politische Entscheidungen analysieren. Gemeinsam soll so herausgearbeitet werden, wie Protestantismus politische Entscheidungen zu beeinflussen versucht, und inwieweit dem Erfolg beschieden ist.

Anforderungen an eine Bearbeiterin / einen Bearbeiter:

  • Überdurchschnittlicher universitärer Studienabschluss im Fach Politikwissenschaft, der nicht länger als drei Jahre zurückliegt;
  • besondere Befähigung zum und Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten (nachzuweisen durch Examensarbeit oder ggfs. andere wissenschaftliche Publikationen);
  • Kenntnisse in Methoden und Theorien der Erforschung des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland;
  • Fähigkeiten zum selbständigen Arbeiten;
  • Teamfähigkeit und die Bereitschaft, an den regelmäßigen Treffen der Gesamtgruppe und der Ortsgruppe aktiv teilzunehmen;
  • gute Englischkenntnisse.
  • Für die Einstellung von Vorteil sind Kenntnisse in der zeitgeschichtlichen Forschung zur Bundesrepublik Deutschland sowie im Bereich der Parteien- bzw. Bewegungsforschung.

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