FOR 1765 beim Auftakt der Dialogreihe "Innovation und Verantwortung"

Vortrag von Tim Schedel zum Protestantismus und dem Streit über die Atomenergie

Beim Auftakt der Dialogreihe "Innovation und Verantwortung" am 19. und 20. Februar 2017 in der Evangelischen Akademie Tutzing hat ein Teil der DFG-Forschergruppe 1765 seine neuesten Erkenntnisse zum Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik eingebracht. In der Reihe kommen TechnikwissenschaftlerInnen, PhilosophInnen und TheologInnen zu gesellschaftlich relevanten und technikbezogenen Fragestellungen ins Gespräch. Die Verknüpfung unterschiedlicher Denkstile soll kreative Ansätze für gesellschaftliche Innovationen hervorbringen.

Die Veranstaltung in Tutzing trug den Titel "Not in My Backyard: Bürgersinn in der Energiewende" und beschäftigte sich mit Schwierigkeiten in Zielsetzung, technischer Umsetzung und dem Interessensausgleich in Bezug auf die sogenannte Energiewende. Kurz: Es ging um die Frage, wie Energiepolitik bürgernah und trotzdem nicht chaotisch gestaltet werden kann. Im Zuge dessen gerieten auch das politische Selbstverständnis der Bürger und ihre veränderten Erwartungen an Politikgestaltung in den Blick.

Tim Schedel von der Forschergruppe hielt einen Vortrag mit dem Thema "Der Streit um die Atomenergie im deutschen Protestantismus". Ausgehend vom historischen Beispiel der Auseinandersetzung um das geplante Kernkraftwerk im baden-württembergischen Whyl erläuterte er die protestantische Beteiligung an den damals geführten Debatten. Dabei zeigte er mittels einer zeitgeschichtlichen und soziologischen Nuancierung der Fragestellung den Konnex zwischen dem deutschen Protestantismus und der Anti-Atomkraft-Bewegung auf und stellte seine Erkenntnisse zugleich im interdisziplinären Forum zur Diskussion.

An der Veranstaltung nahmen neben Tim Schedel auch weitere Mitarbeiter der Forschergruppe teil: Michael Greder, Annette Hausmann und Anne-Friederike Hoffmann sowie Sabrina Hoppe und Hendrik Meyer-Magister aus der ersten Förderphase brachten die Arbeit der Forschergruppe ins Gespräch. Zu der Veranstaltung wurden insgesamt etwa 25 Personen eingeladen, die entweder mit der "Deutschen Akademie der Technikwissenschaften" (acatech) oder dem "Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften" assoziiert sind.

Im weiteren Programm standen noch zwei Vorträge von Technikwissenschaftlern und die Präsentation des Bürgerdialogs für die Trassenplanung des Großprojektes "SuedLink". Ergänzt wurden die Vorträge und fachlichen Diskussionen durch ein abendliches Kamingespräch der Teilnehmer mit dem Landespolitiker Erwin Huber (CSU).

Einen weiteren, von Niklas Schleicher (LMU München) verfassten Bericht zu der Tagung finden Sie auf der Homepage des TTN.